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Krise beutelt Charkiw arg

Soziale Projekte des Partnerschaftsvereins lindern die Not

Rund 60 000 Euro hat sich der Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg sein soziales Engagement in der Ukraine heuer kosten lassen. Geld, mit dem viel bewegt werden konnte in dem Land, das die Finanzkrise mit voller Wucht getroffen hat.

Die Not ist zurück in der Ukraine. Trotz des Aufschwungs der vergangenen Jahre sind Teile der Bevölkerung wieder dort angekommen, wo sie schon vor 20 Jahren, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, standen: "Ohne den eigenen Gemüsegarten und Hilfe von Angehörigen", berichtet Antje Rempe, "könnten viele nicht überleben." Natürlich gebe es in Charkiw glitzernde Läden und Geschäftshäuser, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, doch an den Stadträndern sei die Armut noch überall sichtbar.

Das osteuropäische Land ist härter von der Finanzkrise getroffen als andere, obwohl die Ukraine laut Bernd Rödl, dem Vorstandsvorsitzenden des Partnerschaftsvereins, eigentlich viel Wachstumspotenzial hat. Charkiw etwa biete mit einer Universität, qualifizierten Fachkräften und niedrigen Löhnen beste Rahmenbedingungen für ausländische Investoren. Doch die sind derzeit Mangelware. Während die ukrainische Industrie einen Produktionseinbruch von 30 Prozent verzeichnet und selbst staatliche Betriebe ihre Arbeiter nur verspätet bezahlen, beträgt die Inflation 15 Prozent.

Eine schwierige wirtschaftliche und soziale Situation, unter der laut Bernd Rödl gerade Rentner und Kinder leiden. "Ein tägliches warmes Essen und eine medizinische Grundversorgung sind für viele Menschen in der Ukraine noch immer nicht selbstverständlich." Rentner, die mit der gesetzlichen Mindestrente von umgerechnet 45 Euro auskommen müssen, können davon beispielsweise Miete, Heizung und Essen nicht bezahlen.

Und weil es selbst für Gesundheitseinrichtungen, wie TuberkuloseStationen und Kinder-Ambulanzen, in der Krise kaum noch Mittel gibt, steigt zugleich die Anzahl der Tuberkulose- und HIV-Neuinfektionen rapide an, fügt Antje Rempe hinzu.

Umso wichtiger seien daher die vielen sozialen Projekte, die der Partnerschaftsverein teils schon seit 15 Jahren in Charkiw betreibt. Größter Posten in der Arbeit des Vereins ist die Suppenküche, die 130 besonders bedürftige, meist alte Personen täglich mit warmem Essen versorgt. Kostenpunkt: rund 22 500 Euro pro Jahr.

Weitere Einrichtungen, die unterstützt werden, sind die städtische Kinder-Ambulanz für Tuberkulose, die ohne die Hilfe des Vereins nicht mehr lebensfähig wäre, die ökumenische Sozialstation, die Sterbende begleitet, sowie ein Kinderförderzentrum, in dem 140 Jungen und Mädchen aus armen Familien betreut werden. Zudem wurden ein neuer Jugend-Austausch in Kooperation mit dem Bund Naturschutz sowie mehrere kulturelle Projekte gefördert.

Für die Fortsetzung dieses Engagements, das 2009 mit insgesamt rund 60 000 Euro zu Buche schlug, ist der Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg auf Spenden angewiesen. "Mit dem Nürnberger Haus haben wir dabei ein Standbein in Charkiw", betont Vorstandsvorsitzender Bernd Rödl, "durch das wir sicherstellen können, dass jeder gespendete Euro auch am richtigen Ort ankommt."

Spendenkonto: Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg, Stadtsparkasse Nürnberg, BLZ: 760 501 01, Konto: 1 350 058

Volkan Altunordu
8.12.2009
© NÜRNBERGER NACHRICHTEN

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