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Friedenszone Stadion?

Diskussion zwischen Nürnberg und Charkiv

Ist Fußball ein Mittel der Kultur- und Völkerverständigung? Dieser Frage gingen Christoph Zitzmann von der Deutschen Akademie für Fußballkultur, Hans-Günther Klemm, Redakteur beim Sportmagazin Kicker, und Oleksander Scharikov, Sportreporter der Charkiver Nachrichten, bei einer Podiumsdiskussion in der Nürnberger Partnerstadt Charkiv nach. Die Moderation übernahm Diether Götz vom Partnerschaftsverein Nürnberg-Charkiv.

 

Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft, die von 8. Juni bis 1. Juli in Polen und der Ukraine ausgetragen wird, lud das Nürnberger Haus in der ostukrainischen Stadt Charkiv zu dem Gespräch in deutscher und ukrainischer Sprache ein. Rund 50 Zuhörer, vorwiegend junge Leute, die im Nürnberger Haus Deutsch lernen, waren zu der Veranstaltung Ende April gekommen. Damit auch Deutsch-Anfänger der Diskussion folgen konnten, hatte das Nürnberger Haus die Dolmetscherin Elena Butenko engagiert.

Alle Diskutanten stimmten zu, dass Fußball ein hervorragendes Mittel ist, Menschen aus verschiedenen Kulturen und Nationen zusammenzubringen - ob in einem EM-Stadion oder zu Hause auf dem Bolzplatz. Christoph Zitzmann berichtete, wie er als Hobbykicker bei Punktspielen und im Fußballverein mit Spielern aus unterschiedlichen Nationen zusammentrifft. Dabei habe er ganz nebenbei gelernt, welche Festtage den Spielern mit muslimischen oder jüdischen Wurzeln wichtig sind.

Der Charkiver Sportjournalist Oleksander Scharikov, früher selbst international erfolgreicher Langstreckenläufer, berichtete, wie wichtig den jungen Leuten in der Ukraine internationale Kontakte sind. Beim Sport, so Scharikov, würden über Landesgrenzen hinweg Freundschaften geschlos¬sen.

Einig waren sich alle, dass im und um das Stadion nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen herrscht. Allerdings, so die Meinung der Experten, sei das ein Problem, das von einer kleinen Minderheit ausgeht. „Maximal ein Prozent der Fußballfans ist gewalttätig, der Rest ist friedlich", zitierte Christoph Zitzmann aktuelle Untersuchungen zum Fanverhalten. Und auch für den Fußballreporter Hans-Günther Klemm ist klar: „Gewalttäter sind keine Fans, das sind einfach Chaoten!"

Als Ergebnis des Gesprächs fasste Diether Götz zusammen: „Fußball ist beileibe nicht das einzige Mittel zur Völkerverständigung, aber es ist eines und es ist nicht ganz unwichtig."

 

Nürnberger Zeitung, 09.05.2012

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