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Ukrainische Fotos im Rathaus

Zwischen Cola und Stalin

Wer an Fotografie aus der ehemaligen Sowjetunion denkt, dem fällt schnell ein Name ein: Boris Mikhailov. Der in Charkow geborene Künstler war die Gallionsfigur einer kleinen "Fotobewegung", die sich, jenseits des sozialistischen Realismus, im Untergrund kritisch mit dem Alltag im Sowjetreich auseinandergesetzt hat. Diese Arbeit war nicht nur gefährlich, sondern forderte viel Improvisationstalent.

Einfallsreich und subversiv

Der Einfallsreichtum und die subversive Kraft sind den Fotografen aus dem Osten auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geblieben. In der Ehrenhalle des Rathauses wird seit Dienstag eine kleine "Auswahl" an Bildern weitgehend unbekannter Künstler aus der Ukraine gezeigt, die das Amt für internationale Beziehungen und der Fotograf Gerd Dollhopf nach Nürnberg geholt haben. Wie Mikhailov stammen die sechs Fotografen aus Nürnbergs Partnerstadt Charkow. Anknüpfend an die Untergrundfotografen stehen bei den ausstellenden Fotografen Sozialdokumentarisches und die Lust am fotografischen Experiment im Vordergrund.

Alexander Maslows Bilder aus der Serie "Märchenland" zeigen die Ukraine als ein Land, das hin- und hergerissen ist zwischen Coca-Cola und Stalin. Ganz anders Oleksandr Supruns, der mit selbstgebastelten Kameras und Objektiven große farbige Bildtableaus schafft. Sie sehen aus, als wären sie im Fiebertraum gemalt worden.

Ganz eigenwillige Einblicke in den Alltag gewährt Andriy Avdeyenko, der einen ukrainischen Kindergarten-Elternabend im Bild festgehalten hat. Welch hohe technische Qualität die Fotografie im Osten seit je hatte, das belegen Igor Chursins klassische Artistenportraits.

Armin Roucka
Erschienen in der "Nürnberger Zeitung", 10.01.2008

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