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Partnerstadt Charkiv: Soziale Situation verschärft sich wegen Fußball-EM

Kunstaustausch, Bildungsarbeit und humanitäre Hilfe verbinden - 29.12. 19:58 Uhr

NÜRNBERG - 2012 beginnt in Nürnberg das "Jahr der Kunst", das sich schwerpunktmäßig um den großen Nürnberger Künstler Albrecht Dürer dreht. Kinder und Jugendliche aus der Nürnberger Partnerstadt Charkiv sowie aus weiteren Städten in Osteuropa und Deutschland haben sich bereits vergangenes Jahr an einem großen Malwettbewerb rund um das Leben und Werk Dürers beteiligt. Die besten Arbeiten sind noch bis 15. April 2012 im Graphischen Kabinett des Albrecht-Dürer-Hauses zu sehen. Die Ausstellung bildet den Auftakt zum "Jahr der Kunst".

Kunst und Kultur ist aber nur ein Aspekt der Partnerschaften, die Nürnberg mit Städten in aller Welt pflegt. Aufgrund der schwierigen sozialen Lage in Charkiv steht für den Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg humanitäre Hilfe ganz oben auf der Tagesordnung. Auch 2012 sammelt der Verein wieder Spenden für notleidende Menschen in der ukrainischen Stadt.

Etwa 57.000 Euro seien im laufenden Jahr zusammengekommen, rechnet der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Bernd Rödl, vor. Die Spenden würden ohne Verwaltungskosten unmittelbar in Charkiv ankommen, versichert er. Dank treuer Unterstützer sei das Spendenaufkommen relativ stabil, so der Gründer von Rödl & Partner. Dennoch würden weitere Mittel aufgrund der desolaten sozialen Lage in der Partnerstadt dringend benötigt, betonen er und die zweite Vorsitzende Antje Rempe.

Viel Geld werde derzeit in Charkiv in die Hand genommen, berichtet Rempe. Allerdings werde nicht in Soziales und Umweltschutz investiert, sondern in neue Straßen, Terminals und prunkvolle Bauten. Grund ist die Fußball-Europameisterschaft, die 2012 in der Ukraine und Polen ausgetragen wird. Am 13. Juni spielt Deutschland gegen Holland in der Vorrunde im neuen Stadion von Charkiv, das 41307 Plätze bietet.

Armenküchen wurden geschlossen

Aus der Versorgung der Armen und Kranken hat sich die Stadt weitgehend zurückgezogen, hat Antje Rempe beobachtet, die regelmäßig in die Partnerstadt reist. Armenküchen wurden geschlossen, die Versorgung Kranker in die Hände von Hilfsorganisationen gegeben. Und das, obwohl die soziale Situation der Bevölkerung mehrheitlich prekär ist: „Die durchschnittliche Rente beträgt unter 100 Euro im Monat“, berichtet die zweite Vorsitzende. Umso wichtiger sei die Unterstützung der seit Jahren laufenden Sozialprojekte: Unter anderem unterstützt der Verein eine seit gut 16 Jahren bestehende Armenküche, in der sich 130 Rentner versorgen können.

Gemeinsam mit Sternstunden e.V. finanziert der Partnerschaftsverein eine Krankenstation für tuberkulosekranke Kinder. Spenden fließen außerdem in ein Kindersozialzentrum von Caritas. Und gemeinsam mit einer ökumenischen Initiative aus Nürnberg und orthodoxen Christen aus Charkiv hilft eine Sozialstation Schwerkranken und Sterbenden.

Neben der humanitären Hilfe engagiert sich der Verein aber auch in der Bildungsarbeit: Im Nürnberger Haus, von dem aus auch das soziale Engagement koordiniert wird, werden zahlreiche Deutschkurse angeboten. Es gibt mehr Interessenten als Plätze, weiß Antje Rempe, denn die Kurse seien nicht nur vom Goethe-Institut anerkannt sondern auch von hoher methodischer Qualität. Insgesamt sei das Interesse an Deutsch und Deutschland in der Ukraine hoch.

Gut angenommen wird auch die Au-Pair-Beratung. Diese wird in Kooperation mit dem Verein für Internationale Jugendarbeit angeboten. Sie soll verhindern, dass junge Mädchen in die Hände von Menschenhändlern geraten. Die Angebote des Nürnberger Hauses finanzieren sich mittlerweile zum größten Teil selbst.

Ein Vierteljahrhundert nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl fand im Nürnberger Haus im vergangen Sommer außerdem eine internationale Umweltkonferenz statt. Der Nürnberger Bund Naturschutz hat sie mitorganisiert und der Nürnberger Umweltreferent Peter Pluschke hielt einen Vortrag. Vor allem junge Menschen stehen in Sachen Umweltbildung im Fokus des Vereins: Er ermöglichte es zwei jungen Ukrainern, Hospitationen beim Service Öffentlicher Raum und im Nationalpark Berchtesgadener Land anzutreten. Weitere Jugendliche konnten mit Hilfe aus Nürnberg an einer internationalen Jugendkonferenz zu Energie- und Umweltfragen in Ansbach teilnehmen.

Aber auch in Nürnberg selbst engagiert sich der rührige Partnerschaftsverein: Das „Wochenende der ukrainischen Kultur“ holte Künstler aus Deutschland und der Ukraine in die Noris. Gut angelaufen ist die Veranstaltungsreihe „Runder Tisch Ukraine“: Gemeinsam mit der Stadtbibliothek Nürnberg soll das Interesse der Franken für die Ukraine geweckt werden.

Spendenkonto Charkiv: 1350058 bei der Sparkasse Nürnberg, BLZ 76050101.

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