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Sozialarbeit in Charkiv wichtiger denn je

Partnerschaftsverein: Investitionen für Fußball-EM gingen auf Kosten der Schwächsten

NEUES AUS DEN PARTNERSTÄDTEN

Vom großen Interesse an der bevor¬stehenden Fußball-EM 2012 dürfte im kommenden Jahr auch Charkiv profitieren, wo am 13. Juni die deut¬sche Elf auf das Team der Nieder¬lande trifft. Das Sportereignis bietet sicher auch Gelegenheit, den Aus¬tausch zwischen Nürnberg und der ukrainischen Partnerstadt ins Ram¬penlicht zu rücken.

Der rührige Partnerschaftsverein tut das schon jetzt und bittet, wie in jedem Winter, um Spenden speziell für seine Sozialprojekte in Charkiv: eine Armenküche, eine ökumenische Sozialstation, die TBC-Kinderambu¬lanz und ein Förderzentrum für Wai¬sen und Kinder aus bedürftigen Familien. Im vergangenen Jahr brachte der Verein, auch dank eines festen Stamms von Förderern, rund 57 000 Euro für diese Einrichtungen und das Nürnberger Haus in Char¬kiv auf, berichtet der Vorsitzende Bernd Rödl von Rödl&Partner.

Dabei gelinge es dem Nürnberger Haus als Bildungsstätte und Kultur¬zentrum inzwischen, zwei Drittel seines Etat selbst zu erwirtschaften -ein bemerkenswerter Erfolg, der nicht zuletzt der anerkannten Quali¬tät der Deutschkurse zu verdanken ist. "Und die sind gefragt, weil unsere Sprache hoch im Kurs steht", freut sich die Zweite Vorsitzende Antje Rempe. Die Nürnberger begrei¬fen ihr Engagement aber auch als Beitrag zur Förderung der Zivil¬gesellschaft in der Ukraine und sind sich sicher, dass sie mit ihren Mit¬teln kontinuierlich "mehr bewegen", als eigentlich zu erwarten ist. Zumal einige Sicherungen eingebaut wur-

den, um die allgegenwärtige Korrup¬tion zu umgehen.

"Die Fußball-EM hat unsere Sozial¬projekte aber noch wichtiger ge¬macht", stellt Rempe ebenso besorgt wie kritisch fest. Denn die enormen Investitionen für Stadien, Straßen und Flugplätze gingen auch auf Kos¬ten der Sozialfürsorge (Spendenkon-tonummer 1350058, Sparkasse Nürn¬berg, BLZ 76050101) und damit eines großen Teils der Bevölkerung.

Pläne für 2012 werden in den kom¬menden Tagen sicher auch beim Besuch einer Delegation aus Char¬kiv in Nürnberg geschmiedet - aller¬dings nicht nur zum Thema Sport. Geplant ist die Unterzeichnung einer Deklaration über einen Erfah¬rungsaustausch auf dem Gebiet der Energieeinsparung, der Begrünung der Städte und des Umweltschutzes. So werden Gäste aus Charkiv auch bei einer für April geplanten Um¬welttagung in Nürnberg erwartet.

Ein buchstäblich ansehnliches Ergebnis der Städtepartnerschaft ist ab Freitag im Albrecht-Dürer-Haus zu besichtigen: eine Ausstellung der schönsten Arbeiten eines Malwett¬bewerbs. Dabei hatten sich hoch¬begabte Schülerinnen und Schüler von Kunstschulen in Charkiv und weiteren Städten in Osteuropa und Deutschland mit der Person und dem Werk des Nürnberger Meisters beschäftigt und von ihm anregen las¬sen. Eröffnet wird die bis 15. April laufende Sonderschau morgen, am 15. Dezember, um 19 Uhr.

Mit junger Musik schlagen der Nürnberger Sender Radio Z und das schottische Radio Sunny Govan eine Brücke zwischen der Frankenmetro¬pole und der Partnerstadt Glasgow -und zwar jeden Donnerstag um 20 Uhr in der Sendung "Lokale Leiden¬schaften". Entstanden war der Kon¬takt aus einer privaten Initiative des Radio Z-Redaktionsleiters Andreas Basner bei einer Reise im vergange¬nen Mai.

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