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Berufsschüler sammelten Medikamente für Charkiv

Tabletten und Tropfen für Notleidende

Es ist eine Hilfe, die wirklich ankommt. Schülerinnen und Schüler der Berufsschule B8 haben im ausgehenden Schuljahr über 6000 Euro an Arzneimittel- und Geldspenden gesammelt. Jetzt sind die milden Gaben an den Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg und Charkivs "Nürnberger Haus" übergeben worden, denn schon in wenigen Wochen sollen sie in Nürnbergs ukrainischer Partnerstadt Schwerstkranken das Leben ein bisschen leichter machen. "Die ärmsten der Armen", wie die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Antje Rempe, sie nennt, warten schon sehnsüchtig auf die Hilfe aus Franken.

In 21 Paketen haben die Berufsschüler die Medikamente verpackt - und in deutscher und russischer Sprache beschriftet. "Bei Prostata-Beschwerden" heißt es da, "entzündungshemmende Enzyme" oder "gegen Erkältungskrankheiten". Die Schüler kennen sich aus, sie sind nämlich allesamt Arzthelfer-Azubis. Mona Kassem, Ataulnoor Rauf und Lukas Wehner von der Schülermitverantwortung können stolz auf ihre Leistung sein: In den vergangenen Monaten haben sie Arznei für etwa 4200 Euro gesammelt, zusätzlich noch einmal 2115 Euro in bar. "Wir haben viel über die schlechte medizinische Versorgung in der Ukraine gehört", sagt Schülersprecher Rauf. "Es fehlen Medikamente, die hygienischen Verhältnisse sind schlecht. Und jeder Euro Spendengeld kann in Charkiv für Kranke richtig viel bewirken."

Anatoliy Mozgovyy ist der Leiter des Nürnberger Hauses in Charkiv. Er ist sehr dankbar für die Hilfe aus der Partnerstadt: "Seit den vergangenen Wahlen ist die wirtschaftliche Lage in der Ukraine sehr kompliziert. Die Lebenshaltungskosten sind gestiegen, alles wird immer teurer." Antje Rempe vom Partnerschaftsverein kann das mit Zahlen verdeutlichen: "Wir finanzieren unter anderem Erholungskuren für Kinder, die unter den Folgen von Tschernobyl leiden. Vor drei Jahren kostete eine dreiwöchige Kur noch 92 Euro, vergangenes Jahr 120 Euro. Inzwischen sind es schon 160 Euro!" Das Geld aus Nürnberg können die Charkiver also bestens gebrauchen. Und auch die Medikamente erreichen die richtigen Empfänger. Als Rempe vor einigen Wochen eine Sozialstation besuchte, die aus der Noris unterstützt wird, fragten sie viele der Schwerstkranken ganz aufgeregt, ob denn bald wieder Arznei aus Nürnberg kommen würde. "Die Menschen warten schon sehnsüchtig auf die Medikamente und sind so dankbar für die Hilfe", sagt Rempe.

Alle Produkte sind noch verkaufbar

Karl Mägerlein ist der Verbindungslehrer an der B8 und unterstützt das Engagement der Schüler nach Kräften, schließlich hat er die Aktion im Jahr 1995 ins Leben gerufen. Seitdem haben Kassem, Rauf und Wehner und ihre Vorgänger bereits Spenden im Wert von über 50000 Euro gesammelt. Die Arznei bekommen die zukünftigen Arzthelfer übrigens oft in den Praxen, in denen sie ausgebildet werden. Auch Pharmaunternehmen und Apotheken beteiligen sich. Mägerlein betont, dass es sich bei den Sachspenden nicht um abgelaufene Produkte handelt. Und auch die Schulleiterin Evelyn Lacina freut sich über den selbstlosen Einsatz ihrer Schützlinge, was in der Bemerkung mündet: "Ich liebe meine Schüler!"

Erschienen in der "Nürnberger Zeitung", 27.07.2007

 

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