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Bewegende Begegnungen in Charkiw

Jugendtreffen zu Themen rund um Kriegsgewalt und Menschenrechte — Atlanta-Abend am Volksfest

Wie leben die Menschen in der Ukraine? Was bewegt und interessiert sie? Und wie ist es um die Bürgerrechte bestellt? In Nürnbergs Partnerstadt Charkiw konnten sich neun Jugendliche eine Woche lang Eindrücke aus erster Hand verschaffen-zumal sie Aufnahme bei Gleichaltrigen und deren Familien fanden.

„Die Leute waren uns gegenüber wirklich sehr aufgeschlossen und der Empfang überwältigend", erzählen Jessica Blank und Adrian Leißner. Das hatten die Schüler des Sigmund-Schuckert-Gymnasiums so nicht erwartet, zumal die Erinnerungen an die Schreckensjahre des Zweiten Weltkriegs noch durchaus lebendig sind. „Die bewe-gendsten Dinge hat er fast beiläufig erzählt und er denkt gar nicht nationalistisch", berichten andere Mitreisende von einer beeindruckenden Begegnung mit dem früheren Rotarmisten Dimitrij Krjatschko.

 

Zusammengefunden hatte sich die Nürnberger Gruppe auf einfache Weise: Alle sind Teilnehmer des jahr-gangsübergreifenden Wahlkurses „Menschenrechte" an ihrer Schule. Und unter dem Thema „Kriegsgewalt und Menschenrechte" waren sie mit ihren Gastgebern, vor allem Schülern des „Gymnasiums 23" in Charkiw, unterwegs auf den Spuren der gemeinsamen Vergangenheit. In gemischten kleinen Gruppen zogen sie beispielsweise los, um Großeltern zu intervie-wen oder eine Videodokumentation zu erarbeiten - und erfuhren auch da kaum ablehnende Reaktionen.

„Dass die jungen Deutschen Blumen am sowjetischen Ehrenmal und die Charkiwer an den Grabstätten der Deutschen niederlegten, war ein be-sonders schönes Zeichen", sagt Antje Rempe vom Partnerschaftsverein Nürnberg-Charkiw, der die Jugendbegegnung mit Unterstützung von mehreren Partnern und Institutionen wie dem Amt für Internationale Beziehungen, Kreisjugendring, der EU und der Landeszentrale für politische Bildung organisiert und betreut hat. Erst vor wenigen Tagen feierte Charkiw den 70.Jahrestag der Befreiung von der Okkupation.

Dass das karge Einkommen oft nicht mal für das Nötigste reicht, war beim Besuch in der von Nürnberger Spendern unterstützten Armenküche zu erfahren; über ihren Kampf um Bäume und Bürgerrechte informier-ten Aktivisten der „Grünen Front". Und eine Jura-Professorin stand den Jugendlichen beim Schwerpunkt-thema Menschenrechte erstaunlich offen Rede und Antwort. „Auch die jungen Ukrainer haben sehr kritische Fragen gestellt, nicht zuletzt zur Korruption", betont Regine Lorenz, die betreuende Lehrkraft. In einem Internet-Blog hielten die Jugendlichen ihre Erfahrungen und Begegnungen fest.

Ein Prosit auf die fränkisch-amerikanische Gemütlichkeit steht am Donnerstag, 29. August, auf dem Programm des Herbstvolksfestes am Dutzendteich: Ab 18 Uhr gibt es Aktionen und Musik im Zeichen der Partnerschaft mit Atlanta - sie sollen eine stimmungsvolle Mischung ergeben. Mit von der Partie sind gleich zum Auftakt am Eingang Bayernstraße die Honeycake Squaredancers, anschließend zeigen die Franken Knights Kostproben ihrer Football-Künste - und geben Autogramme. Als Cheerleader sind sowohl die Ladys der Football-Ritter zu erleben wie die Nürnberg Rams. Mitreißende Rhythmen lässt der Golden Gospel Choir erwarten. Und am Eingang Große Straße laden die Fürth Pirates zu einer Schnupperpartie Baseball ein.

© Nürnberger Nachrichten, 27.08.2013

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