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Countdown in Charkiv

Partnerstadt holte sich für EM auch Rat aus Nürnberg

Noch vier Wochen bis zum Anpfiff: Zur Fußball-Europameisterschaft erwartet neben Polen auch die Ukraine Tausende von Fans aus dem Ausland. In zwei Städten, in Lviv und der Nürnberger Partnerstadt Charkiv, läuft die deutsche Nationalelf auf. Die politischen Missstände werden über dem Interesse (und hoffentlich dem Spaß) am Sport aber nicht ausgeblendet.

Wie viel Schmiergelder geflossen sind und wer sich eine goldene Nase an den vielen Bauvorhaben zur Euro 2012 in Charkiv verdient hat, wird vielleicht nie publik werden. Aber darüber werden sich die Fans - für die meisten wird es der erste Besuch in dem Land sein - kaum den Kopf zerbrechen. Verständlich genug, denn Gäste, die weder die Sprache sprechen noch Schriften in Kyrillisch lesen können, sind vollauf damit beschäftigt, sich zurechtzufinden. Orientierungstafeln und Stadtpläne mit einer Beschriftung wenigstens in Englisch gibt es bisher nur in der Hauptstadt Kiev an ausgewählten Plätzen.

Mit der U-Bahn das ansprechende Metallist-Stadion von Charkiv zu erreichen, gehört zu den leichteren Übungen: Die Metrostation heißt „Sportyvna". Die Arena stammt übrigens, ähnlich wie die Nürnberger, im Kern aus den 20er Jahren und bietet nach der millionenschweren Modernisierung nun 38 630 Plätze. Rat hatten sich die Charkiver unter anderem beim Nürnberger Stadion-Chef Karlheinz Kubanek geholt.

Und beim geplanten Einsatz von rund 1000 freiwilligen Helfern orientieren sich die Ukrainer ebenfalls an deutschen WM-Erfahrungen. Zu den Beratern gehörte unter anderem der frühere Nürnberger Grand-Hotel-Chef Horst Berl.

Unterdessen bemühen sich Charkiv und Nürnberg, dass ihre Partnerschaft angesichts aller berechtigten Kritik an der Menschenrechtssituation in der Ukraine keinen Schaden nimmt.

„Es wäre auch nicht geschickt, jetzt die Verbindungen demonstrativ zu kappen", ist Professor Diether Götz vom Partnerschaftsverein Char-kiv-Nürnberg überzeugt, „dann hätten wir bald gar keinen Zugang mehr und keine Möglichkeit zu konstruktiver Hilfe."

W.HEILIG-ACHNECK

Alle Charkiv-Fotos: Heilig-Achneck



Nürnberger Nachrichten, 12.05.2012

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