15 jahre Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg

15 jahre Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg
erfolgreiche bilanz gemeinnütziger hilfe

Pressemitteilung vom 11.03.2008

Partnerschaftsverein realisiert Hilfsprojekt mit Sternstunden des BR - "Unterstützung Hilfsbedürftiger in der Ukraine nach wie vor wichtig"

Nürnberg, 11. März 2008: Der Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg blickt auf eine erfolgreiche Bilanz der seit 15 Jahren dauernden gemeinnützigen Tätigkeit für Hilfsbedürftige in Nürnbergs Partnerstadt Charkiv in der Ukraine zurück. Insbesondere Rentner, mittellose Familien und Kinder sind dort auf Unterstützung von außen angewiesen. Ein tägliches warmes Essen und eine medizinische Grundversorgung sind für viele Menschen nach wie vor nicht selbstverständlich. Der ukrainische Staat zieht sich gleichzeitig immer weiter aus der sozialen Unterstützung zurück.

"Der Partnerschaftsverein hat in den 15 Jahren seines Bestehens sehr viel erreicht", erklärt Dr. Bernd Rödl, Vorstand des Partnerschaftsvereins. "Trotz der wechselhaften politischen Entwicklung in der Ukraine ist es uns gelungen, unsere Bildungs- und Sozialprojekte beharrlich, nachhaltig und erfolgreich zu realisieren. Wir haben mit unseren Projekten Verständigung, Austausch und Begegnung zwischen den Menschen in Charkiv und Nürnberg gefördert und viel Not von Kindern, Alten und Kranken lindern können", so Rödl.

Jedes Jahr ist es den freiwilligen Mitarbeitern des Vereins gelungen, das Vertrauen der Nürnberger Bürger zu gewinnen. Das Spendenvolumen für die Projekte des Partnerschaftsvereins befindet sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Diese Projekte - insbesondere die Charkiver Armenküche, in der 150 Personen verpflegt werden, die Rehabilitationsmaßnahmen für bedürftige Kinder im Kinderlager "Grüner Hügel" und die Unterstützung tuberkulosekranker Kinder sind weiter sehr erfolgreich.

Das vom Partnerschaftsverein betriebene Nürnberger Haus in Charkiv konnte seinen Aktionsradius immer weiter ausbauen. Es ist nicht nur ein sehr erfolgreiches und gefragtes deutsch-ukrainisches Begegnungs- und Sprachenzentrum, sondern präsentiert auch als hoch geschätzter Partner des Goethe-Instituts und der deutschen Botschaft in Kiew mit erheblicher Förderung vom Auswärtigen Amt regelmäßig hochrangige deutsche Kulturveranstaltungen in Charkiv.

Besonders erfreulich ist, dass der Partnerschaftsverein von den Sternstunden des Bayerischen Rundfunks erneut eine beträchtliche Förderung in Höhe von 15.000 Euro für die Modernisierung der Diagnostik und Laboruntersuchungen in der Kinderambulanz für Tuberkulose in Charkiv erhält. Die Betreuung tuberkulosekranker Kinder gehört zu den wichtigsten Hilfsprojekten des Partnerschaftsvereins in Charkiv.

Die Bekämpfung der Tuberkulose in der Ukraine gerade im Bereich der Prävention hat höchste Bedeutung. Bisher fehlen für die diagnostischen Untersuchungen und Maßnahmen zur Prophylaxe und Früherkennung dringend erforderliche Geräte, Ausstattung und Verbrauchsmittel. Der Partnerschaftsverein arbeitet bei diesem Projekt mit dem Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg zusammen und plant einen Informations- und Erfahrungsaustausch zur Prävention von Armutskrankheiten und zu geeigneten Aufklärungsmaßnahmen in Charkiv oder Nürnberg.

Als problematisch für den Ausbau der Hilfsprojekte erweisen sich die kontinuierlichen Preissteigerungen bei den Lebenshaltungskosten in der Ukraine. "Wir können heute mit unseren Spenden immer weniger Personen helfen" erklärt die 2. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Antje Rempe. Sie wünscht sich neuen Schwung für die Vereinsarbeit: "Natürlich brauchen wir auch mehr aktive Mitglieder. Es bedarf neuer Ideen, neuer Köpfe, neuer Projekte, neuer, möglichst jüngerer Partner in Charkiv und einer besseren Vernetzung. Wünschenswert wäre ein stärkerer Akzent auf eine gleichberechtigte deutsch-ukrainische Partnerschaft mit mehr Verantwortung und Gestaltung von ukrainischer Seite."

Schon jetzt gibt es zahlreiche neue Projekte. Kindern aus sozial schwachen Familien wird der Besuch des neu eröffneten evangelischen Montessori-Kindergartens in Charkiv ermöglicht. Dabei geht es um Bildungs- und Sozialarbeit in einem vernachlässigten Stadtteil.

Im April sind neue Seminare im Nürnberger Haus geplant: Ein Seminar zu interkulturellen Kompetenzen für Bildung und Beruf, ein interkultureller Workshop für Charkiver Bürger, die nach Deutschland reisen wollen und ein Seminar für und mit NGO's in Charkiv, die sich in der Zivilgesellschaft engagieren. Ferner gestalten das Nürnberger Haus und der Partnerschaftsverein die deutschen Kulturtage in der Ukraine aktiv mit. Sie finden in der letzten Septemberwoche 2008 statt.

AUSBLICK:
Ausbau der Hilfe für notleidende Menschen in Charkiv


Die Unterstützung des Partnerschaftsvereins wird in Charkiv nach wie vor gebraucht. Der Vorsitzende Rödl bittet die Nürnberger Bürger, sich auch in diesem Jahr mit Spenden für die Menschen in Charkiv zu engagieren. "Die Charkiver Bürger sind nach wie vor auf unsere Unterstützung angewiesen. Wir helfen einerseits den Schwächsten und bieten andererseits über das Nürnberger Haus Zugang zu Information, Verständigung und neuen Perspektiven. Deshalb haben wir den Mut und die Zuversicht, die Nürnberger Bürger und Unternehmen wieder um Spenden zu bitten." Auch die aktive Unterstützung als Mitglied ist willkommen. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Da alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich tätig sind, kommen die Spenden direkt den Menschen in Charkiv zu Gute.