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Alte Menschen vegetieren dahin

Delegation der Stadt besuchte Sozialstation in Charkiv

Die Unterstützung sozialer Projekte in Nürnbergs Partnerstadt Charkiv ist weiter dringend notwendig. Mit dieser Erkenntnis kehrte eine Delegation der Stadt von einem viertägigen Aufenthalt aus der Ukraine zurück.

Offizieller Anlass für die Einladung des Charkiver Oberbürgermeisters Michail Dobkin waren Feierlichkeiten zum 64. Jahrestag der Befreiung seiner Stadt vom deutschen Faschismus. Die deutsche Besatzung kostete Zehntausenden das Leben. Die jüdische Bevölkerung, etwa 60000 Menschen, wurde fast völlig ausgelöscht.

Zu dem offiziellen Programm der Stadtratsmitglieder Gebhard Schönfelder (SPD), Peter Bielmeier (CSU) und Brigitte Wellhöfer (Grüne), gehörte neben Empfängen auch die Eröffnung einer Ausstellung der Nürnberger Künstlerin Gerlinde Pistner. Mitgereist waren auch Rimma Schmitt vom Amt für Internationale Beziehungen und Dietrich Schwarz vom Verein Ökumenische Partnerschaft Nürnberg-Charkiv.

Den großen sozialen Herausforderungen schenkten die Verantwortlichen in der Stadt viel zu wenig Aufmerksamkeit, betonte Schönfelder nach der Rückkehr. Es solle nun versucht werden, im Kontakt mit den anderen Partnerstädten in aller Welt verstärkt gemeinsam zu helfen. Auch Wellhöfer sprach von einem mangelnden Bewusstsein für soziale Fragen. Dies sei bei einem Besuch der Sozialstation besonders deutlich geworden, die der ökumenische Verein seit 1999 in Charkiv unterhält. Unheilbar Kranke oder Menschen mit einer ansteckenden Krankheit würden dort von ukrainischen Stellen sträflich vernachlässigt, erzählte Schwarzer. Die Sozialstation betreut als "ambulantes Hospiz" derzeit 109 vor allem alte Menschen, die zum Teil "dahinvegetieren" müssten. Diese Arbeit wird bisher vollkommen mit Spenden von Bürgern aus ganz Nordbayern finanziert. Jährlich kommen rund 25000 Euro zusammen. Mit dem Geld werden unter anderem 20 Mitarbeiter beschäftigt, die sich um Bedürftige in Charkiv kümmern. Hilfe vom ukrainischen Staat gibt es nicht.

Der Partnerschaftsverein, zu dessen Vorstand sowohl Schwarzer als auch Bielmeier gehören, plant derzeit die Gründung eines Betriebes in Charkiv, aus dessen Gewinnen die Sozialstation finanziert werden kann. Dafür sucht der Verein auch die Unterstützung Nürnberger Unternehmen.

Ökumenische Partnerschaft Nürnberg-Charkiv, c/o Peter Bielmeier, Lange Zeile 7, 90419 Nürnberg, Spendenkonto 3500446 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft, Bankleitzahl 76060561.

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