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Große Sorgen um Partner in Charkiv

Stadt sagt offizielle Teilnahme an Marathon in Ukraine im April ab

Sind angesichts der angespannten Situation in der Ukraine Besuche in der Partnerstadt Charkiv überhaupt noch möglich? Und wie ist es um die Finanzierung der von vielen Bürgern in Nürnberg und Umgebung unterstütz­ten Sozialprojekte bestellt? Von der drückenden Ungewissheit und der Sorge, dass radikale Kräfte in der Ost­ukraine eine weitere Eskalation herauf­beschwören, wollen sich die Mitglie­der des Partnerschaftsvereins Char-kiv-Nürnberg nicht lähmen lassen.

Zwar hatte es nach einer Konfronta­tion mit zwei Todesopfern am vergan­genen Wochenende erneute Ausschrei­tungen von pro-russischen Kräften und wohl auch Provokateuren gege­ben, die beispielsweise ins polnische Konsulat eindrangen, um die russi­sche Flagge zu hissen.

Doch könne man sich in der Stadt, erst recht ab­seits solcher Versammlungen, unbe­sorgt bewegen, wurde den Nürnber­gern aus dem Rathaus von Charkiv versichert. Vor allem wollen sich die Verantwortlichen in der Partnerstadt für den störungsfreien Verlauf einer Prestigeveranstaltung verbürgen: Am 13. April ist die Stadt Schauplatz eines Marathons, Auch Teilnehmer aus Nürnberg sollten - über den Ver­ein "Never walk alone" von Bernhard Nuss - eigentlich an den Start gehen, darunter auch der frühere IHK-Chef Klaus Wübbenhorst. Das Amt für Internationale Beziehungen der Stadt hat gestern jedoch die Notbremse gezogen - eine offizielle Teilnahme sei nicht zu verantworten, meint Amts­leiter Norbert Schürgers. 'Gefährdet scheint ebenso der Besuch von Nürn­berger Fachleuten bei einer Touris­mus-Messe in Charkiv.

"Wir wollen die Freundschaft auf­rechterhalten und nicht die Falschen bestrafen", unterstrichen dagegen Mit­glieder des Partnerschaftsvereins bei ihrer Jahresversammlung. "Gerade jetzt ist es wichtig, ihnen Solidarität zu zeigen und das auch durch Besuche deutlich zu machen", betont die Zweite Vorsitzende Antje Rempe -Flugverbindungen gebe es, das Risiko hält sie, auch nach Aussagen der Part­ner, für (noch) überschaubar. Aller­dings müsse das jeder Einzelne für sich selbst klären.

Eine Reise fest geplant hat beispiels­weise der frühere Bezirksrat Fritz Kör­ber, der seit Jahrzehnten Hilfstrans-porte der Awo nach Charkiv organi­siert. Unterdessen bekommen die Men­schen die Krise schon jetzt immer stär­ker auch im Alltag zu spüren - durch den Kursverfall der ukrainischen Währung. '"Das führt auch dazu, dass den Menschen zwar Gehälter auf den Konten gutgeschrieben werden, sie aber nichts mehr abheben können", berichtet ein Vereinsmitglied. Und wie soll es weitergehen, wenn es womöglich zu einer russischen Okku­pation käme? "Wir haben keinen Plan B", räumt Professor Diether Götz vom Vorstand ein. "Aber wir werden die Menschen nicht im Stich lassen." woh

Zeitungsartikel aus der Beilage „Mehr Nürnberg" der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung  vom 19.03.2014

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