Charkiw ist mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Aufgrund ihrer guten geographischen Lage wurde sie zu einem großen Wirtschafts- und Transportzentrum. Es gibt 12 Eisenbahn- und Busstationen, einen internationalen Flughafen und ein gutes System des öffentlichen Nahverkehrs mit 3 U-Bahnlinien.
 
In Charkiw gibt es mehr als 60 wissenschaftliche Forschungsinstitute, 26 Hochschulen, rund 250.000 Studenten (17% der Stadtbevölkerung) sowie sieben Akademien der Wissenschaften. Zu den herausragenden Industrien gehören die Metallverarbeitung, Maschinenbau, Flugzeugbau und die Lebensmittelindustrie.. Für Kultur sorgen mehrere Theater, die Philharmonie, Kino und Konzertsäle, der Zirkus, 8 Museen, sowie Bibliotheken und Archive. Die staatliche Korolenko-Bibliothek zählt zu den Größten in der Ukraine mit einem Bestand von 6,5 Millionen Bücher.

Viele Parks und Gärten sowie die frisch renovierten Fassaden im Zentrum vermitteln den Eindruck einer grünen, sauberen Stadt, wo sich Altes und Neues harmonisch miteinander verbindet. Auffallend sind die Bauten im klassizistischen Stil oder im ornamentalen Stil der  Ukrainischen Moderne. Beeindruckend ist der größte Platz Europas, der Platz der Freiheit, auf dem das markante Lenindenkmal 2014 gestürzt wurde. Das konstruktivistische Verwaltungsgebäude der staatlichen Industrie (Gosprom; ukr. Derschprom), das erste Hochhaus der Sowjetunion,  ist ein Wahrzeichen der Stadt.

Charkiw ist über 350 Jahre alt. 1654 gegründet als militärischer Grenzstützpunkt gegen die Krimtataren im Rahmen des Russischen Reiches entwickelte sich die Stadt bald zu einem Handels-und Verwaltungszentrum. 1726 wurde das Charkiwer Kollegium gegründet, an dem der ukrainische Philosoph Skovoroda lehrte; 1805 erfolgte die Gründung der Charkiwer Universität. Kein geringerer als Goethe hat sich für diese neue Universität eingesetzt. Im 19. Jahrhundert wurde Charkiw zum bedeutendsten Eisenbahnknotenpunkt Russlands im Süden des Zarenreiches und zum großen Industrie– und Handelszentrum.

Nach der Oktoberrevolution wurde Charkiw zur Hauptstadt der Sowjetukraine und behielt diesen Status bis 1934 bei. Das Bewusstsein, erste Hauptstadt gewesen zu sein, prägt die Stadt bis heute. In den zwanziger Jahren wurde das erste Hochhaus in der Sowjetunion im Stil des Konstruktivismus gebaut, das Haus der staatlichen Industrie „Gosprom“. Charkiw war damals eine Stadt der Avantgarde. Ebenfalls wurde die legendäre Tupolev im Charkiwer Flugzeugwerk entwickelt. In den dreißiger Jahren entstanden riesige Traktoren-und Turbinenwerke. 1932 erfolgte in Charkiw die erste Spaltung des Atoms in der Sowjetunion. Charkiw und seine Umgebung waren aber auch 1931-32 von der großen Hungersnot, dem Holodomor besonders betroffen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Charkiw zu zwei Dritteln zerstört, 280.000 Menschen sind in und um Charkiw ums Leben gekommen. Die Stadt wurde zweimal von den deutschen Truppen besetzt. Am 23. August 1943 wurde sie endgültig durch die Sowjetarmee befreit. Der 23. August ist bis heute der größte Feiertag in Charkiw. Die Bürger besuchen die Gedenkstätte Memorial, die den vielen Charkiwer Opfern des Zweiten Weltkrieges gewidmet ist, legen Blumen nieder und gedenken der Gefallenen und Ermordeten.

Nach dem Krieg begann ein intensiver Wiederaufbau. 1962 erreichte die Einwohnerzahl eine Million, 1975 wurde die erste U-Bahnlinie eröffnet. Charkiw beherbergte die drittgrößte Universität in der Sowjetunion und war führend in der Nuklear-und Weltraumforschung.

Weitere Links zu Charkiw:
https://de.wikipedia.org/wiki/Charkiw
"Schaut auf diese Stadt"  Karl Schlögel in Zeit-Online
http://www.zeit.de/2014/45/ukraine-charkow-metropole

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