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MAGIE VON NÜRNBERG

Am 16. Juli 1050 spricht Kaiser Heinrich III. die Leibeigene Sigena frei. In der Urkunde taucht das Wort „Norenberc“, das felsiger Berg bedeutet, zum ersten Mal auf. Durch zahlreiche Privilegien, die Nürnberg im 13. und 14. Jahrhundert von den deutschen Kaisern erhält, gewinnt die Stadt die Stellung einer Reichsstadt. Kaiser Karl IV. erlässt hier 1356 das Reichsgrundgesetz der „Goldenen Bulle“ und legt darin fest, dass jeder künftige König seinen ersten Reichstag in der Freien Reichsstadt Nürnberg abhalten müsse. In der frühen Neuzeit erlebt Nürnberg einen enormen Aufschwung.

Handwerk und Handel florieren im 15. und 16. Jahrhundert, Wissenschaft und Kunst blühen auf. Unterhalb der Kaiserburg hat das Künstlergenie Albrecht Dürer, der bekannteste Sohn der Stadt, seine Heim-und Werkstatt. Dürers Werke finden ebenso wie die des Bildschnitzers Veit Stoß oder des Bildhauers Adam Kraft hohe Anerkennung. In Nürnberg wird das erste Papier nördlich der Alpen produziert und die Klarinette erfunden. Die früheste erhaltene Darstellung der Welt als Globus stammt vom Kaufmann und Handelsreisenden Martin Behaim, Peter Henlein erfindet die Taschenuhr – beide Männer sind Nürnberger. Astronomische Geräte, Navigationsinstrumente und Landkarten aus der Freien Reichsstadt sind führend auf dem Weltmarkt. Kopernikus rühmt Nürnbergs Lage mitten in Europa. Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges erschöpfen die Finanzkraft Nürnbergs. 1806 wird die danieder liegende Reichsstadt mit mittlerweile nur noch 25 000 Einwohnern dem Königreich Bayern zugesprochen. Diese Eingliederung in ein größeres Staatswesen und der Unternehmergeist des Bürgertums führen zu einem neuen wirtschaftlichen Aufstieg. Ein Symbol dafür ist der „Adler“: 1835 fährt die in England gefertigte Lokomotive von Nürnberg nach Fürth und eröffnet damit als erste Eisenbahn Deutschlands ihren Betrieb. Die Bleistift-und Spielzeugfabrikation sowie die Metallverarbeitung prosperieren.

Im Gedenken an die Rolle, die die Stadt während des Nationalsozialismus spielte, versucht Nürnberg heute seiner Selbstverpflichtung als „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ gerecht zu werden. Der israelische Künstler Dani Karavan installiert 1993 vor dem Germanischen Nationalmuseum die Straße der Menschenrechte, auf deren Steinsäulen die 30 Artikel der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen in verschiedenen Sprachen zu lesen sind. Seit 1995 wird alle zwei Jahre der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen. Einen wichtigen Beitrag zur vertieften Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit leistet das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Nürnberg ist eine moderne Halbmillionenstadt inmitten einer der wichtigsten europäischen High-Tech-Regionen. Die weltoffene Großstadt ist der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt für 3,5 Millionen Menschen in der Metropolregion.

Die Stärken des Wirtschaftsraums Nürnberg liegen in der Informations- und Kommunikationstechnik und in der Entwicklung technischer Lösungen für die Anwendungsgebiete Energie, Verkehr und Medizin. Vor allem auf dem Gebiet zukunftsträchtiger Technologien verfügt der Großraum Nürnberg über Kompetenzen der europäischen Spitzenklasse. Der Reichtum ihrer Geschichte und ihrer Kulturlandschaft macht die Stadt an der Pegnitz auch zu einem lohnenden Ziel für Touristen. Das in seiner Bedeutung weiter wachsende Messe- und Kongresswesen zieht ebenfalls viele Gäste nach Nürnberg. Feste und kulinarische Spezialitäten haben in Franken und besonders in Nürnberg eine lange Tradition. Zwei Millionen Besucher aus der ganzen Welt kommen zum traditionsreichen Nürnberger Christkindlesmarkt, den viele für den schönsten Weihnachtsmarkt überhaupt halten. Viele Städte haben ihre Magie. Nürnberg hat sie auch. Die Stadt ist und bleibt eine besondere internationale Metropole, wo jeder herzlich willkommen ist.

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